Sons: Beschäftigungsbrücken nicht abbrechen
Gabiele Sons, Hauptgeschäftsführerin von Gesamtmetall, zur aktuellen Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung
04.03.2011

Zur gestern veröffentlichten Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung erklärt die Hauptgeschäftsführerin von Gesamtmetall,
Sons: „Die Untersuchung der Nürnberger Wissenschaftler bestätigt: Die Mehrheit der Arbeitnehmer in Deutschland hat unverändert stabile Arbeitsplätze und behält diese über viele Jahre. Das gilt insbesondere für die Metall- und Elektro-Industrie. Hier machten Zeitarbeit und Befristungen, bezogen auf die Gesamtzahl aller Mitarbeiter, zuletzt (Mitte 2010) nur einen Anteil von 4,5 und 3,2 Prozent aus.
Unbefristete Vollzeit ist bei uns der Regelfall. Die Betriebe brauchen aber auch flexible Beschäftigungsformen, um auf die immer volatileren Branchen- und Firmenkonjunkturen reagieren zu können. Davon profitieren auch die Arbeitnehmer: Teilzeit hilft Eltern, Familie und Beruf besser zu vereinbaren. Befristete Jobs schaffen Arbeitsmöglichkeiten auch in konjunkturell unsicheren Zeiten, in denen noch keine dauerhafte Anstellung möglich ist - und werden später mehrheitlich in unbefristete Stellen umgewandelt. Zeitarbeit ermöglicht Geringqualifizierten und Langzeitarbeitslosen oftmals überhaupt erst einen Einstieg in tariflich geregelte, sozialversicherungspflichtige Beschäftigung. Die Arbeitsmarktreformen der vergangenen Jahre haben viele hunderttausend Menschen aus der Arbeitslosigkeit geholt. Wir dürfen diese Beschäftigungsbrücken nicht abbrechen, sondern sollten gemeinsam versuchen, sie stabiler zu machen. Erwerbsarbeit ist mehr als nur Broterwerb. Sie verschafft soziale Kontakte und stärkt die Integration in die Gesellschaft. In der Einschätzung ihrer Teilhabe liegen Zeitarbeiter, befristet und unbefristet Beschäftigte eng beieinander. Wir sollten deshalb alle Beschäftigungschancen nutzen, um Arbeitslosigkeit als schlimmste aller Ausgrenzungen zu verhindern." (Quelle: Gesamtmetall)
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