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Metall-Tarifvertragsparteien in Nordrhein-Westfalen erzielen Einigung

18.02.2010
Arbeitgeberpräsident Maier-Hunke: Pilotabschluss für Krisenmanagement –Entgelte bis 31.03.2012 vereinbart -Innovative Instrumente für Beschäftigungssicherung
Die Metallarbeitgeber und die IG Metall in Nordrhein-Westfalen haben sich in vorgezogenen Tarifverhandlungen auf einen richtungweisenden Pilotabschluss für die Metallindustrie des Bundesgebietes geeinigt. Sie erreichten den Kompromiss am frühen Donnerstagmorgen nach rund 13-stündigen Verhandlungen in Düsseldorf. Der Tarifabschluss enthält wichtige Elemente der Beschäftigungssicherung und regelt gleichzeitig die Entgelte der Branche bis zum 31. März 2012.

Die vereinbarten wesentlichen Punkte für den Weg aus der Krise:

„Mit dem neuen Tarifvertrag „Zukunft in Arbeit“ (ZiA) (s. anliegende Grafik) haben wir die ausgetretenen Pfade der Tarifpolitik verlassen und unterbreiten den Mitgliedsfirmen zwei Angebote, die Kurzarbeit noch kostengünstiger als bisher in dieser Krise zu fahren“, erklärte der Präsident und Verhandlungsführer des Verbandes der Metall- und Elektro-Industrie Nordrhein-Westfalen, Horst-Werner Maier-Hunke.

Als den eigentlich entscheidenden Faktor zur Arbeitsplatzsicherung nannte Maier-Hunke die getroffene Vereinbarung über das Entgelt. Sie sieht vor, dass die im April auslaufenden Entgelt-Tarifverträge um elf Monate verlängert werden und bis zum 31.03.2011 ohne Erhöhung weiter gelten. Stattdessen erhalten die Beschäftigten eine Einmalzahlung in Höhe von 320,-- Euro. Damit, so betonte Maier-Hunke, entstünden den Unternehmen zunächst in dem für sie besonders kritischen Jahr 2010 keine neuen dauerhaften Belastungen. Erst am 1. April 2011 werden die Entgelte um 2,7 Prozent für zwölf Monate bis zum 31. März 2012 erhöht.



„Mit der prozentualen Anhebung ab 1. April 2011 stellen wir einen Wechsel auf die Zukunft aus“, erklärte Maier-Hunke. Das sei deshalb gerade noch vertretbar, weil die Gesamtbelastung der Unternehmen über eine lange Laufzeit verteilt werde und verlässliche Rahmenbedingungen sowie Planungssicherheit für insgesamt mehr als 25 Monate gewährleistet würden. Auch in diesem Tarifvertrag fänden sich wieder differenzierende Elemente, die firmenindividuelle Anpassungen erlaubten.

„Mit diesen Vereinbarungen haben wir der Not gehorchend in mehrfacher Hinsicht tarifpolitisches Neuland betreten“, betonte Maier-Hunke. Der Arbeitgeberpräsident weiter:

  • „Wir haben Verhandlungen während eines laufenden Tarifvertrages geführt und zum Abschluss gebracht.
  • Wir haben mit dem Tarifvertrag „Zukunft in Arbeit“ innovative Instrumente der Beschäftigungssicherung geschaffen, die den Firmen, die sich dafür entscheiden, eine echte Kostenentlastung bringen. Dabei werden die Beschäftigten so wenig wie möglich belastet.
  • Wir haben schließlich erstmals in der Tarifgeschichte Nordrhein-Westfalens die Verlängerung eines laufenden Entgelt-Tarifvertrags um elf Monate erreicht. Die zum Ausgleich vereinbarte Einmalzahlung ist nicht zuletzt im Interesse der gewonnenen Planungssicherheit in einem Krisenjahr noch vertretbar“.

Die Regelungen insgesamt hätten die Aussichten für eine weitergehende Beschäftigungssicherung in der Metall- und Elektroindustrie in Nordrhein-Westfalen und darüber hinaus deutlich verbessert. „Wir hoffen jetzt“, so Maier-Hunke, „dass auch die Politik dies anerkennt und die kleinen Veränderungen an den Rahmenbedingungen vornimmt, die die gefundenen Konzepte im Sinne der leichteren Anwendbarkeit abrunden würden.“
(Quelle Metall NRW)

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