„Mit anwendbaren Innovationen der Konkurrenz um eine Nasenlänge voraus sein, ist der globale Wettbewerb unserer M+E-Industrie. Unser Nachwuchs in Hessen hat in diesem Wettbewerb gezeigt, dass er in unseren olympischen Disziplinen Innovation drauf hat“, gratulierte Professor Dieter Weidemann, Vorstandsvorsitzender des ausrichtenden Arbeitgeberverbandes HESSENMETALL, den vier Gewinnerteams. In der Kategorie Administration schaffte es Continental Automotive Bebra mit einem effizienten Räumungsplan bei Feuer auf Platz 1. In der Kategorie Produktionsablauf holte sich Schunk Sintermetalltechnik aus Gießen mit einem Wechselsystem für Drehfutterbacken, das olympische M+E-Gold. In der Kategorie Logistik und Organisation gelang dem Team der Viessmann Werke, Allendorf mit einer den Maschinenzugang regelnden Vitocard der Sprung auf das oberste Treppchen. Und bei „Produkte und Dienstleistungen“ hatte Sirona Dental Systems aus Bensheim mit einer automatischen Anpassung der Beleuchtung an die jeweilige Tageslichtintensität die Nase vorn.

„Mit einem solchen Nachwuchs ist die M+E-Industrie bestens gerüstet, um die hohe Qualität der Produkte und Dienstleistungen, schnelle und zuverlässige Lieferung, optimales Vorhalten der Bestände, eine effiziente Organisation und hohe Beschäftigungszahlen zu sichern. Unsere Unternehmen haben gezeigt, wie wichtig sie den kreativen Unternehmergeist ihrer Auszubildenden nehmen“, bilanzierte Weidemann. Immer mehr Teams würden sich am Wettbewerb beteiligen - waren es 2009 noch 18, seien es 2010 schon 27 gewesen. Und im nächsten Jahr würden es wieder mehr, zeigte sich Weidemann zuversichtlich. Denn im Grunde seien alle Gewinner. Auch wer hier nicht weiterkomme, habe seinem Betrieb doch echte Innovation verschafft.
Für das Gewinner-Team Administration der Continental Automotive GmbH Bebra, die zu den führenden Automobilzulieferern gehört und in Bebra über 1.000 Mitarbeiter beschäftigt, haben Marcel Bohn, Mirko Kreit, Benny Witzel und Dominic Zingrebe die Idee entwickelt, an den Eingängen der Kraftstoff-Prüfräume eine D3-Stereokamera anzubringen. Sie erfasst alle Personen, die die Räume betreten anonym und zeigt sie auf einem Monitor an. Bei einem möglichen Brand kann man deutlich erkennen, wie viele Personen sich noch in den Räumen befinden. Wichtigstes Produkt am Standort sind Kraftstoffpumpen mit einer Kapazität von bis zu 35.000 Stück pro Tag. Der Innovationsvorschlag befindet sich derzeit in der Umsetzungsphase. Knapp dahinter landete das Team der Samson AG, Frankfurt, mit einer neuartigen Ausbildungsbroschüre.
Für die Sieger Produktionsablauf der Schunk Sintermetalltechnik, die zum Technologiekonzern Schunk-Gruppe in Heuchelheim mit weltweit über 7.900 Mitarbeitern und derzeit 70 Auszubildenden gehört, haben Christoph Beyer, Lukas Loh, Irina Deschewich und Lukas Prüfert einen Ablauf entwickelt, in dem eine Maschine die bis zu 40 kg schweren Drehfutter-Backen aufnimmt. Bislang mussten die Mitarbeiter mit ihrer Körperkraft diese Backen auswechseln. Der neue Ablauf verkürzt den Prozess und schafft mehr Arbeitssicherheit. Knapp dahinter landete das Team von Seybert & Rahier GmbH aus Immenhausen mit einer Produktions-Stillstandsanzeige.
Für die Gold-Mannschaft Logistik der Viessmann Werke, einem der führenden Heiztechnik-Hersteller in Allendorf/Eder mit 4.000 Mitarbeitern und 200 Auszubildenden am Standort, entwickelten Henrik Happel, Jörn Landmann, Kevin Kowalewski und Wilhelm Rain eine VitoCard. Diese erlaubt nur eingewiesenem Personal den Zugang zu sicherheitsrelevanten Maschinen. Diese Idee erhöht die Arbeitssicherheit, verhindert Maschinenausfälle und spart Kosten. Knapp dahinter landete das Team der Rheinmetall Landsysteme aus Kassel mit einem neuen Gabelstapler-Leitsystem.
Für die Spitzenreiter bei Produkte und Dienstleistungen von Sirona Dental Systems, einem weltweit führenden Ausrüster für Zahnarztpraxen, der 1.250 Mitarbeiter im südhessischen Bensheim beschäftigt, konzipierten Andreas Helfert, Immanuel Blöcher, Sascha Adamczyk und Stefan Arnold „Opti Light“, eine automatische Anpassung der Beleuchtung an die Tageslichtintensität. Der Ausgleich der Innenraumbeleuchtung an einfallendes Tageslicht spart Energie und Kosten. Die Installationskosten werden sich innerhalb eines Jahres amortisieren. Die Umsetzung erfolgte bereits 2010. Knapp dahinter landete das zweite Team der Firma Viessmann mit einer „Advanced-Heating-Control“.
Bilder der Siegerteams