M+E Mitte übernimmt Pilotabschluss aus Düsseldorf
04.03.2010
Frankfurt/Darmstadt. Die Arbeitgeber der Mittelgruppe der
Metall- und Elektro-Industrie haben sich am Montag in Darmstadt mit dem
IG Metall Bezirk Frankfurt geeinigt, den Tarifabschluss aus
Nordrhein-Westfalen mit einer Laufzeit von 23 Monaten zu übernehmen.
Danach gibt es für die rund 400.000 Beschäftigten der Branche in
Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland zwei Einmalzahlungen im Mai
und Dezember 2010 in Höhe von je 160 € und ab 1. April 2011 eine
Erhöhung der Tabellenentgelte um 2,7 Prozent.
Mit dem Tarifvertrag „Zukunft in Arbeit“ werden die Kosten der Kurzarbeit gesenkt und ein freiwilliges betriebliches Modell der Kurzarbeit als Alternative zum gesetzlichen geschaffen, wonach die Wochenarbeitszeit auf 26 Stunden sinken kann und die Arbeitnehmer einen Teillohnausgleich erhalten. Um die M+E-Industrie demografiefester zu machen, wollen die Tarifparteien aus Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland noch vor dem 30. April 2010 Gespräche aufnehmen.
„Wir haben im Geist des pragmatischen Krisenmanagements, das wir erfolgreich mit der IG Metall seit über einem Jahr durchführen, zügig eine situationsangepasste Einigung erzielt und nun auch für das Tarifgebiet Mitte übernommen“, sagte Verhandlungsführer Dr. Eduard Kulenkamp. Die Beschäftigungssicherung mit bemerkenswerten Möglichkeiten zu Kostensenkungen sei in der aktuellen wirtschaftlichen Lage wichtig. Die geteilte Entgelterhöhung aus Einmalzahlung und späterer Tabellenerhöhung könne man wegen der langen Laufzeit vertreten. Mit dem neuen Tarifvertrag "Zukunft in Arbeit" würden den Unternehmen bei ihren Bemühungen um Beschäftigungssicherung zwei weitere Werkzeuge an die Hand gegeben. Sie könnten mit dazu beitragen, betriebsbedingte Kündigungen zu verhindern.
Für die Beschäftigten zählten vor allem die zusätzlichen Möglichkeiten zum Erhalt von Arbeitsplätzen. Die Arbeitgeber stabilisierten die Realeinkommen in der Krise, ohne zu verkennen, dass in der Laufzeit der Vereinbarung auch strukturelle Anpassungen notwendig werden könnten. Es sei fast schon ein kleines Wunder, mit welcher ungeheuren Kraftanstrengung die M+E-Unternehmen trotz Geschäftseinbrüchen von einem Viertel nur 4,7 Prozent der Arbeitsplätze reduziert hätten. Der Abschluss sei ein weiterer Baustein zur Fortsetzung dieses großen Beitrags zur Jobsicherung. „Wir hoffen, dass auch die Politik die kleinen Veränderungen vornimmt, mit denen die gefundenen Lösungen leichter angewendet werden können. Wir brauchen eine schnelle Entscheidung zugunsten der Erstattung der Sozialversicherungsbeiträge bei Kurzarbeit über das Jahr 2010 hinaus. Hier stimmen die ersten Signale zuversichtlich. Eine positive Entscheidung zur Beitragsfreiheit des Teillohnausgleichs bei tariflicher Kurzarbeit ist auch für die Bundesagentur die kostengünstigere Lösung“, so Kulenkamp abschließend.
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