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Frühjahrsumfrage von HESSENMETALL

Lage in der hessischen Metall- und Elektro-Industrie deutlich verbessert / Aufbruchsstimmung von breitem Optimismus getragen / Innovationstempo hoch

06.05.2010
Frankfurt am Main. „Die Lage der hessischen Metall- und Elektro-Industrie hat sich im Frühjahr deutlich verbessert und gibt Grund zu Optimismus. Wir haben eine Menge geschafft. Aber der Weg auf das Hochplateau vor der Krise ist noch weit. So fehlen uns zum alten Niveau bei den Aufträgen noch rund ein Viertel und bei der Produktion noch 29 Prozentpunkte. Gleichwohl sind die Verbes­serungen gegenüber dem Tiefpunkt im 1. Halbjahr 2009 erheblich“, analysierte Prof. Dieter Weidemann, Vorstandsvorsitzender des Arbeitgeberverbandes HESSENMETALL. Die größte hessische Industrie hatte im Krisenjahr 2009 mit 200.000 Beschäftigten einen Jahresumsatz von 43,4 Mrd. € erzielt. Auch im Februar 2010 seien die Auftragseingänge deutlich um 28 Prozent angestiegen – vor allem durch kräftige Zuwächse aus dem Ausland.
Die Umsätze sind dagegen erst um knapp 2 Prozent gewachsen. Die Exportquote liege bei 56 Prozent, dem höchsten Wert seit zwei Jahren. Die Beschäftigung gehe noch weiter zurück, aber längst nicht im Ausmaß der Umsatzeinbrüche. Inzwischen verlangsamten sich die Rückgänge, die Kurzarbeit werde deutlich zurückgefahren und Zeitarbeitnehmer würden verstärkt nachgefragt. „Die volkswirtschaftliche sinnvolle Beschäftigungssicherung haben sich die M+E-Unternehmen mit um 19 Prozent gestiegenen Lohnstückkosten erkauft. Das ist kein Klacks. Wir sind nicht einfach ‚mal ein bisschen teurer’ geworden, sondern befinden uns auf dem Weltmarkt als Qualitätsanbieter an der oberen Preisgrenze. Deshalb müssen wir hier zurückkehren auf den Pfad der Tugend und gesteigerter Produktivität. Andernfalls ist die erkaufte Beschäftigungssicherung nur eine kurzfristige“, so Weidemann weiter.

Hauptgeschäftsführer Volker Fasbender stellte die Blitzumfrage von HESSENMETALL bei seinen Mitgliedsunternehmen im Frühjahr 2010 vor, an der sich 136 Mitgliedsunternehmen mit fast 54.000 Beschäftigten beteiligt hatten. Die Lage im Frühjahr 2010 wird von fast der Hälfte der hessischen M+E-Unternehmen als „befriedigend“ beurteilt. Für 27 Prozent stellt sie sich sogar als „gut“ oder „sehr gut“ dar. Im Vergleich zum Herbst 2009 hat sich die Situation für 58 Prozent verbessert. Für 32 Prozent ist sie „vergleichbar“. Bis zum Herbst 2010 rechnen 37 Prozent der beteiligten M+E-Unternehmen mit einer weiteren Verbesserung. Für 56 Prozent bleibt die Geschäftslage „vergleichbar“. Noch im Herbst hatten die Unternehmen sowohl Lage als auch Ausblick sehr skeptisch beurteilt. Für das kommende Halbjahr rechnen bei den Auftragseingängen 42 Prozent mit „zunehmender Nachfrage“, 48 Prozent mit einer gleichblei­benden. Weiter steigende Umsätze erwarten 44 Prozent, 47 Prozent gleichbleibende. Bei den Investitionen sind es inzwischen wieder 21 Prozent, die ausweiten wollen, zwei Drittel der Unternehmen wollen sie halten.

Erstaunlicherweise misst der größte Anteil der M+E-Unternehmen – 88 Prozent - der Refinanzierung über Bankkredite gegenwärtig keine große Bedeutung bei: 45 Prozent melden aufgrund eines früher ausgeweiteten Eigenkapitals und einiger Streckungen bei den Investitionen „keinen Bedarf“. 12 Prozent schätzen die Situation als „problematisch“ ein. „Also ein ernst zu nehmendes Problem, aber nicht für die große Mehrheit. Dennoch werden bei stark gesteigerten Umsätze Betriebsmittel fehlen“, so Fasbender.

Die Sonderfrage zielte auf das Innovationsverhalten in der hessischen M+E-Industrie. „Unsere Unternehmen haben in den letzten drei Jahren im Durch­schnitt 3,4 Innovationen realisiert. Jedes Jahr mindestens eine umgesetzte Produkt- oder Prozessinnovation – das ist ein erstaunliches Innovationstempo“, sagte Weidemann. 82 Prozent der teilnehmenden Unternehmen gaben an, dass sie im Bereich Forschung und Entwicklung (F&E) aktiv seien: 37 Prozent in der „Verbesserung bestehender Produkte“, 31 Prozent in der „Einführung neuer Produkte“ und 20 Prozent bei „Prozessinnovationen“. Im Durchschnitt seien 7,6 Prozent der Beschäftigten im F&E-Bereich tätig. 22 Prozent wollen weiter aufstocken. Der Anteil der F&E-Investitionen an den Gesamtinvestitionen macht im Durchschnitt 15 Prozent aus. Im laufenden Jahr planen 79 Prozent der Unternehmen, ihre F&E-Investitionen auf bisheriger Höhe beizubehalten, 19 Prozent wollen sie erhöhen. 85 Prozent der M+E-Unternehmen kooperieren bei der Durchführung von Innovationsprojekten mit externen Partnern; 36 Prozent mit Kunden, 29 Prozent auch mit Forschungseinrichtungen und Hochschulen und 26 Prozent mit Lieferanten.

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