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Faire Betrachtung der Zeitarbeit gefordert

Mittelhessische Metallarbeitgeber kritisieren Stigmatisierungsversuche der IG Metall

20.10.2010
  Wetzlar. Der Geschäftsführer der mittelhessischen Bezirksgruppe des Arbeitgeberverbandes HESSENMETALL Dr. Dirk Hohn übt scharfe Kritik an der unsachgemäßen Herabwürdigung der Zeitarbeitsbranche durch die mittelhessische IG Metall. Der Anteil der Zeitarbeit am Wirtschaftserfolg der vergangenen Jahre wird hier ebenso ignoriert, wie der „Klebeeffekt“ für Geringqualifizierte und die hohe personelle Flexibilität bei Auftragsspitzen.
Im Rahmen ihres Programms „Gerecht muss es zugeh`n“ hat die IG Metall Mittelhessen das Thema Zeitarbeit wieder ins Zentrum der Kritik gerückt. Gänzlich unberücksichtigt bleiben bei den Mahnungen und Beschwerden der Gewerkschaften die zentralen Vorteile dieser Form der vollwertigen Beschäftigung: „Zeitarbeit kann den Einstieg in die Stammbelegschaft erleichtern. Der Anteil der Zeitarbeitnehmer, die anschließend beim entleihenden Unternehmen verbleiben, also der sogenannte „Klebeeffekt“, liegt laut einer hessischen Umfrage in der M+E-Branche bei rund 20 Prozent. Der Erwerb zusätzlicher Qualifikationen während der Zeitarbeit kann sogar zum Sprungbrett für höher eingestufte Jobs werden, die bei einer Direktbewerbung gar nicht erreicht werden könnten“, erläuterte Dr. Dirk Hohn, Geschäftsführer der mittelhessischen Bezirksgruppe von HESSENMETALL.

Die Zeitarbeit hat dadurch, dass sie den Betrieben ermöglicht, rasch auf Schwankungen der Branchenkonjunktur mit Kapazitätsanpassungen nach oben und unten zu reagieren, ihren eigenen Anteil am deutschen Wirtschaftserfolgs in den letzten zehn Jahren. Auch in wirtschaftlich unsicheren Zeiten, wie der laufenden Erholungsphase, kann durch die flexiblen Gestaltungsmöglichkeiten bei der Einstellung von Zeitarbeitnehmern helfen, einen relativ schnellen Beschäftigungsaufbau zu riskieren. Davon profitierten nicht nur die heimischen Arbeitgeber, sondern vor allem auch viele Arbeitnehmer, die ansonsten ohne Job bleiben würden.

Auch die ständige „Equal Pay“-Forderung der IG Metall stößt bei den Arbeitgebervertretern auf Unverständnis: „Das kollektive Wissen unserer Stammbelegschaften ist auch ein Ergebnis von vielen Jahren Betriebszugehörigkeit und kann somit nicht von jemandem geleistet werden, der von außen in das Unternehmen hereinkommt. Daher kann bei langjährigen Mitarbeitern auch eine höhere Produktivität vorausgesetzt werden, die eine differenzierte Vergütung erlaubt“, so Dr. Hohn.

Zum Nachdenken regt auch die Tatsache an, dass die Rahmenbedingungen in der Zeitarbeitsbranche aufgrund der 95-prozentigen Tarifabdeckung maßgeblich durch die dort agierenden Gewerkschaften mitgetragen werden. Hier ergänzt Hohn: „Natürlich ist es die Aufgabe der Gewerkschaften, auf schlechte Arbeitsbedingungen aufmerksam zu machen. In diesem Fall kritisieren die Arbeitnehmervertreter jedoch die eigenen tariflichen Absprachen.“

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