Die Beschäftigung geht um 4,4 Prozent noch weiter zurück, aber
inzwischen deutlich verlangsamt. Die Kurzarbeit wird deutlich
zurückgefahren. Zeitarbeitnehmer werden verstärkt nachgefragt und
teilweise schon knapp.
"Auch wenn das Vorkrisenniveau noch längst nicht wieder erreicht ist, geht es unübersehbar bergauf – aber mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten in verschiedenen Branchen und Unternehmen. Die Unternehmen haben in der Krise Beschäftigung gesichert, dies aber mit um fast ein Fünftel gestiegenen Lohnstückkosten erkauft. Deshalb müssen wir uns wieder voll auf Produktivitätssteigerung konzentrieren. Andernfalls ist die erkaufte Beschäftigungssicherung nur eine kurzfristige", sagte Volker Fasbender, Hauptgeschäftsführer des Arbeitgeberverbands HESSENMETALL heute in Frankfurt zu den aktuellen Aprilzahlen der größten hessischen Industrie.
12 Prozent Umsatzzuwächse im Vergleich zum Vorjahr erzielten die hessischen M+E-Unternehmen. Zu dieser positiven Bilanz tragen hauptsächlich die Metallerzeugung und -bearbeitung bei, die ihre Umsätze um 32 Prozent, also 140 Millionen Euro, steigerte. Ebenso die Hersteller von elektrischen Ausrüstungen, die mit einem Zuwachs von 76 Millionen Euro ein Plus von rund 25 Prozent verbuchen. Die kleine Branche "Sonstiger Fahrzeugbau", vor allem Schienen- und Militärfahrzeuge, konnte mit einem Zuwachs von 56 Millionen Euro ihren Umsatz im April sogar mehr als verdoppeln.
Die gesteigerten Auftragseingänge und Umsätze verlangsamen inzwischen den Rückgang der Beschäftigtenzahlen. Mit 196.951 Arbeitnehmern sind im April 2010 zwar noch um 4,4 Prozent weniger als vor einem Jahr beschäftigt. Allerdings wurden weniger Arbeitsplätze abgebaut als noch zu Jahresbeginn. Im sonstigen Fahrzeugbau sind im April 2010 mit 5.557 Mitarbeitern sogar fast 60 Prozent mehr Menschen beschäftigt als im April 2009.
(Foto© M. Greitschus / PIXELIO).