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„Betriebe und Arbeitsplätze krisen- und zukunftssicherer machen“

Kannegiesser ruft zu konzertiertem Handeln auf

11.11.2011

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Berlin. Gesamtmetall-Präsident Martin Kannegiesser hat Betriebe und Belegschaften, Tarifparteien und Politik zu einer konstruktiven Zusammenarbeit aufgefordert, um eine möglicherweise drohende Rezession zu überwinden. „Die gegenseitige Verbundenheit zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern hat sich in der letzten Krise bewiesen und darf kein Strohfeuer gewesen sein“, sagte Kannegiesser in seiner Festrede auf dem M+E-Zukunftsforum in Berlin.

Zwar habe die Metall- und Elektro-Industrie weiterhin eine gute Position und beste Perspektiven auf den Weltmärkten. Doch könne niemand ausschließen, dass die Branche durch die europäische Schulden- und Finanzkrise abermals in eine Talfahrt gestoßen werde. „Die Risiken sind deutlich sichtbar, und die Unsicherheit bei unseren Kunden ist hoch.“ Die Auftragseingänge seien im dritten Quartal um 4,5 Prozent gegenüber dem Vorquartal zurückgegangen, im September sei dies erstmals auch auf die Produktion durchgeschlagen. Diese sank – womöglich auch als Folge der verschobenen Ferien – um 4,7 Prozent gegenüber Juli/August.


Der Gesamtmetall-Präsident rief alle Beteiligten zu einem konzertierten Handeln auf, um eine eventuelle neue Krise zu bewältigen. Notwendig seien eine kurzfristige Reaktivierung der erleichterten Kurzarbeit, eine ausreichende Liquiditätsversorgung der Realwirtschaft, eine vertrauensvolle Zusammenarbeit der Tarifparteien sowie größtmögliche Anpassungsfähigkeit der Betriebe an konjunkturelle Schwankungen und strukturelle Veränderungen: „Dabei darf uns niemand in die Parade fahren. Sonst wird es uns nicht gelingen, Betriebe und Arbeitsplätze krisen- und zukunftssicherer zu machen“, mahnte Kannegiesser. Dazu brauche es Flexibilität bei den Arbeitskosten, noch mehr Flexibilität bei Arbeitszeitmodellen und Arbeitsvolumen sowie eine größere Flexibilität hinsichtlich fachlicher Einsatzbreite und Qualifizierung.


Am Nachmittag diskutierten im Rahmen des Zukunftsforums zunächst Dr. Jürgen Stark (Direktoriumsmitglied der Europäischen Zentralbank), Dr. Heinrich Hiesinger (Vorstandsvorsitzender ThyssenKrupp), Dr. Roland Busch (Vorstandsmitglied Siemens), Mathias Wissmann (Präsident VDA) und Alexander Graf Lambsdorff (FDP) über die wirtschaftspolitischen und technologischen Herausforderungen, danach Dr. Frank-Walter Steinmeier (Vorsitzender der SPD-Bundestagsfraktion), Wilfried Porth (Personalvorstand Daimler), Berthold Huber (Erster Vorsitzender IG Metall) und Dr. Nicola Leibinger-Kammüller (Vorsitzende Geschäftsführung Trumpf) über die arbeitsmarkt- und personalpolitischen Herausforderungen.



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