Erst letzte Woche habe der zweite Vorsitzende der IG Metall, Detlef Wetzel, den Tarifabschluss als fair bezeichnet und vor Nachschlagsdebatten gewarnt.
Umso erstaunter zeigte sich Demmer über die
jüngsten Äußerungen von IG Metall-Bezirkleiter Schild, der Zusatzforderungen angekündigt hat.
„Die aktuelle Erholung in Teilen unserer Branche ist erfreulich, aber nach dem dramatischen Einbruch auch dringend notwendig. Dennoch sind wir immer noch weit entfernt vom Vorkrisenniveau. Von den aktuellen Wachstumszahlen dürfen wir uns nicht blenden lassen. Die Auftragseingänge in der deutschen Metall- und Elektroindustrie müssen noch um 12 Prozent und die Produktion gar um 15 Prozent zulegen, um den Einbruch wett zu machen. Das wird voraussichtlich erst 2011 / 2012 der Fall sein“, so Demmer.
Zudem schneiden die Arbeitnehmer auch in Zeiten, in denen Beschäftigungssicherung absoluten Vorrang hat, gut ab. Selbst 2009, mitten in der größten Krise, waren die Tabellenentgelte der M+E-Arbeitnehmer um 4,2 Prozent gestiegen. 2010 steigen die Einkommen durch Einmalzahlungen um 320 Euro – bei geringer Inflation. Für April 2011 ist eine Tabellenerhöhung um 2,7 Prozent vereinbart. Während die Rendite der Unternehmen in den letzten drei Jahren drastisch von 4,8 auf 0,6 Prozent einbrach, wuchsen die Tarifeinkommen kontinuierlich. Mit durchschnittlich 41.600 Euro Jahreseinkommen lagen die M+E-Arbeitnehmer 2009 deutlich über dem Niveau in vielen anderen Branchen.
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Martin Schlechter
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