Wirtschaftszeitung Aktiv 02.01.2010
Vom Zeitvertrag zum Jahresvertrag
Zumtobel Lighting holt Fertigung aus China zurück und hofft auf 50 neue Arbeitsplätze bis 2012
Usingen. Das gerade abgelaufene Jahr war für Lothar Kadiofsky ein gutes Jahr. Der ehemalige Zeitarbeitnehmer unterzeichnete im September 2009 bei der Zumtobel Lighting GmbH in Usingen einen auf ein Jahr befristeten Arbeitsvertrag. „Feiern werde ich, wenn ich in einem Jahr dann hoffentlich auch die Festanstellung bekomme“, so der gelernte Maurer.
„Haben gezeigt,
dass sie was können“Mit ihm freut sich Feinmechaniker Frank Jakobi, der ebenfalls übernommen wurde: „Man muss froh sein, wenn man so eine Chance bekommt.“ Insgesamt stellte Zumtobel sechs Zeitarbeitnehmer für ein Jahr befristet ein. „Sie kennen den Betrieb, haben gezeigt, dass sie was können und deshalb wollen wir sie – neben der Stammbelegschaft – gerne behalten“, erläutert Ulrich Kaltenborn, Geschäftsführer von Zumtobel Lighting in Usingen.

Das Werk, Teil der international tätigen Zumtobel AG, entwickelt und produziert medizinische
Versorgungseinheiten, Stehleuchten, Stromschienen und Pendelleuchten. Dabei steht nicht nur Design im Mittelpunkt, sondern auch der Umgang mit Energie.
Ulrich Kaltenborn: „Wir wollen wachsen! Das Marktpotenzial ist da.“Der Geschäftsführer: „Unter dem Gesichtspunkt der Energie-Effizienz sind unsere Leuchten auf dem höchsten Stand der Technik und wir gelten als Innovationsführer der Branche.“ Die Bearbeitung von bis zu sieben Meter langen Aluminium-Profilen ist die eigentliche Kernkompetenz des Unternehmens. Sie werden in hochmodernen Bearbeitungszentren hergestellt.Roboterschweißanlagen setzen so feine Schweißnähte, dass die beim fertigen Produkt nur noch von Profis erkannt werden. Durch Stanz-Laser-Technik ist eine vollautomatische und flexible Blechbearbeitung möglich. Entwickelt und produziert wird von Stückzahl eins bis zu Aufträgen von 2000 und mehr.

Vorsichtig:
Frank Jakobi
(links) und
Nobert Stöckel
nehmen fertig
beschichtete
Lampenprofile
von einem Träger
der Beschichtungsanlage.
Durch viele Projektgeschäfte ist die Auftragslage jedoch extremen Schwankungen unterworfen. Schon vor einigen Jahren wurden deshalb für die aktuell 159 Beschäftigten flexible Arbeitszeit- und Schichtmodelle (25 bis 45 Stunden pro Woche, ein bis drei Schichten und Gleitzeitkonto) eingeführt. „Daneben brauchen wir aber auch einen Anteil Zeitarbeitnehmer. Sie helfen uns, die Spitzen abzubauen“, so Kaltenborn.
Europa für Europa,
China für ChinaTrotz Wirtschaftskrise erwartet er für den Standort weiteres Wachstum.
„Vor allem im Bereich Altenheim und Seniorenanlagen gibt es für uns
aufbauend auf den medizinischen Versorgungseinheiten viel zu tun.“
Zudem wurde begonnen, die Teilefertigung aus Billiglohnländern wie
China wieder zurückzuholen und auf die europäischen Werke zu
verteilen.In China soll nur noch für den chinesischen Markt produziert
werden, in Europa für
den europäischen Markt. Und genau so will
Zumtobel wachsen: „Das Marktpotenzial ist da. Wir sind dabei, es zu
erschließen. Und wenn alles klappt, haben wird dann in zwei Jahren 50
Arbeitsplätze mehr.“ MAJA BECKER-MOHR

Auf dem Weg zum Produkt:Heidrun Fehl und MarittaSchmitt beim Verdrahten vonLeuchten. Fotos: Scheffler (4)
Info: Zumtobel Lighting GmbH |
Der Betrieb in Usingen (Taunus) gehört seit 30 Jahren zur Zumtobel AG mit Hauptsitz in Dornbirn in Österreich (weltweit 7 165 Beschäftigte plus 133 Auszubildende, Gesamtumsatz von knapp 1,2 Milliarden Euro). Die Zumtobel Lighting GmbH hat 159 Mitarbeiter. Im Geschäftsjahr 2008/2009 lag der Umsatz in Usingen bei knapp 30 Millionen Euro. www.zumtobel.de
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