Wirtschaftszeitung AKTIV vom 18.07.2009

Kurzarbeit ist bei uns derzeit kein Thema

Grenzebach BSH hilft, Produktionsanlagen effizienter zu machen



Bad Hersfeld. Behutsam lässt der Kranführer die tonnenschwere Maschine über den Hof schweben. Sie ist eines der Kernstücke der Produktion im neuen Fertigungszentrum von Grenzebach BSH in Bad Hersfeld, das gerade bezogen wird.  
Zweistellige Millionenbeträge hat das Maschinenbau-Unternehmen in den neuen Standort investiert – in neue Gebäude und in die Ausstattung, darunter zwei moderne Laserschneid-Maschinen. Aber auch in das neue Konzept für die Fertigung. „So konnten wir das Werk inzwischen zum Kompetenz-Zentrum für Lasertechnologie innerhalb der Gruppe ausbauen“, erläutert Geschäftsführer Bernd Minning.

Last am Haken: Diese Maschine
wird gerade in das neue
Fertigungszentrum bugsiert. 

Erst Kies und Käse, jetzt Gips und Glas
Die Bad Hersfelder stellen komplizierteste Metallteile mit Hilfe der Laser-Technologie her, die dann rund um den Globus in Grenzebach-Anlagen
eingebaut werden. Weitere Spezialität des Standortes sind die Transport-Rollen oder auch Walzen, über die später die Produkte im Fertigungsprozess dahingleiten. Die komplexen Maschinen kommen überall zum Einsatz.  Kies und Käse wurden von ihnen gestern bewegt. Gips und Glas sind es heute. Und morgen werden es verstärkt Solarzellen, Monitor-Displays und Koffer sein, die mit Anlagen des Familienunternehmens produziert oder transportiert werden. Die wichtigsten Einsatzfelder der Grenzebach-Maschinen sind die Flachglas-Verarbeitung und die Produktion von Gips-Karton. Dabei kommen als Komponenten verstärkt auch Roboter zum Einsatz. Ein Beispiel heißt „Pick on the fly“ – ein Roboter, der Glasscheiben quasi im Flug von der Produktionslinie abgreifen kann. Die Anlage muss dabei nicht stoppen und die Scheibe neu ausrichten. Kratzer am Glas werden somit vermieden.


Auf dem Vormarsch: Roboter übernehmen als Teil von  Grenzebach-Anlagen immer mehr Produktionsaufgaben


Weniger Aufträge
Es sind Kniffe wie diese, die die Konstrukteure von Grenzebach entwickeln, um Produktionsanlagen effizienter zu machen. „Und das hilft unseren Kunden, günstiger zu fertigen“, so Minning. Mittlerweile spürt jedoch auch Grenzebach einen Auftragsrückgang. Dramatisch ist die Lage allerdings nicht: Die Zeitkonten der Mitarbeiter sind immer noch gut gefüllt. Minning: „Kurzarbeit ist bei uns derzeit kein Thema.“ Maja Becker-Mohr

Info: Grenzebach BSH 

Das Unternehmen entwickelt und produziert Systemkomponenten und komplette Produktionslinien. Das international tätige Familienunternehmen wurde 1960 gegründet und beschäftigt heute 1500 Mitarbeiter weltweit. Der Umsatz lag 2008 bei mehr als 300 Millionen Euro. Die Grenzebach BSH GmbH in Bad Hersfeld (ehemals Babcock-BSH) gehört seit 2002 zur Gruppe und hat etwa 450 Mitarbeiter. http://www.grenzebach.com