Wirtschaftszeitung Aktiv

Ein laues Lüftchen bringt Energie

Familienunternehmen Johannes Hübner ist in vielen Bereichen Weltmarktführer



Gießen.
MAN, Thyssen-Krupp, Henschel, Siemens, ABB, SMS und, und, und. Die Kundenliste des Familienunternehmens Johannes Hübner liest sich wie das Who’s Who der Großindustrie. „Sie alle setzen auf unsere Produkte und haben mit dazu beigetragen, dass wir in vielen Bereichen Weltmarktführer werden konnten“, so Geschäftsführer Dieter Wulkow.

Antreiben und regeln
Seit Jahrzehnten setzt die 80 Mitarbeiter zählende Fabrik für elektrische Maschinen mit kreativen Ideen und Lösungen weltweit Maßstäbe in der Messwert-, Geber- und Antriebstechnik für den Anlagenbau. Hier werden modernste Geräte entwickelt und produziert, die Positions- und Drehzahl-Istwerte super genau erfassen, übertragen und so Maschinen und Systeme selbst unter extremen Bedingungen antreiben und regeln. Das geht von gigantischen Containerkränen in Häfen bis zur Bahntechnik, von Wasserkraftwerken und Windkraftanlagen bis zu Fördermaschinen im Bergbau und auf Ölfeldern, von Motoren bis zur Prüfstandtechnik.

Modernste Elektronik: Montagearbeiten an einem Impulsgeber.

Zwei Drittel des Umsatzes, der 2009 bei rund 18 Millionen Euro lag, wird im Ausland erwirtschaftet, allein ein Drittel in Asien. „Offen sein für alles, Probleme erkennen und lösen. Das kommt bei unseren Kunden  an“, stellt Wulkow fest. So entstand unter anderem der Universalgeber U-One, der die Hubwerke von Container-Kränen steuert. „Früher griffen hier unterschiedliche Systeme verschiedener Hersteller ineinander und es kam immer wieder zu Störungen. Unser System verbindet mehrere verschiedene Steuerungsteile und sorgt so für einen reibungslosen Ablauf“, sagt Geschäftsführer Oliver Rüspeler.

Ein neues Geschäftsfeld
Ein anderes Beispiel: Für Windanlagenbauer wurden spezielle Leichtlaufgeneratoren entwickelt, die schon bei geringsten Windgeschwindigkeiten von drei Metern pro Sekunden
Strom erzeugen. „Das war ein absolutes Novum auf dem Markt“, so Rüspeler. Inzwischen hat sich daraus im Bereich der erneuerbaren Energien sogar ein ganz neues Geschäftsfeld entwickelt. Hübner holt auch aus dem kleinsten Lüftchen Energie. Die Spezialisten arbeiten aktuell an „Insel“-Anlagen, die Windkraft, Solarenergie und Diesel-Generatoren sowie eine neue Technik zur Dieseleinsparung miteinander verbinden. Wulkow: „Sie werden dort benötigt, wo keine Land-Stromnetze verfügbar sind, also in großen Teilen von Afrika, Südamerika, Russland, Asien und Australien.“

Zufrieden: Dieter Wulkow mit
einem bei Hübner entwickelten
Prüfstand. Fotos: Scheffler (3)

Die Hälfte der 80 Mitarbeiter sind Ingenieure und Techniker. „Wir stellen uns hier jeden Tag neuen Herausforderungen, das hält jung“, sagt der leitende Entwicklungsingenieur Jochen Komkowski. Trotz Umsatzrückgang um rund 20 Prozent im vergangenen Jahr ist die Stimmung bei Hübner gut. „Wir haben genug zu tun, und es gab 2009 eine ordentliche Gratifikation. Das tut der Seele gut“, sagt Produktionsmitarbeiter Isa Yanko und arbeitet weiter an einem Geber für den Bergbau in Chile. MAJA BECKER-MOHR



Info Johannes Hübner GmbH

Die Johannes Hübner GmbH wurde im Oktober
2003 teilweise in eine Stiftung überführt. Bis zu
300 000 Euro im Jahr fließen an Technische
Hochschulen in Deutschland. Ziel ist die Förderung von Forschung und Entwicklung in Naturwissenschaften und Technik. Die Stiftungs-Vorsitzende Olga Riedl-Hübner: „Forschung und Entwicklung sind tragende
Säulen unserer Gesellschaft, Garant für Wohlstand und Wachstum. Das soll auch in Zukunft so bleiben.“ Weitere Infos unter www.huebner-giessen.com.





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