1. bis 3. Quartal 2009
Auswertungen über die Entwicklung der hessischen M+E-Industrie;Datenstand: September 2009
Überblick:
Bereits in den letzten Monaten des Jahres 2008 hatten die Unternehmen in der hessischen M+E-Industrie die Folgen der Wirtschaftskrise zu spüren bekommen: Der Zukunftsindikator „Auftragseingänge“ hatte bereits im zweiten Quartal 2008 den Einbruch signalisiert – die Umsätze folgten. Lediglich die Beschäftigungsentwicklung hatte bis zum Jahresende noch ein positives Vorzeichen.
Mit dem Beginn des Jahres 2009 haben die Entwicklungsdaten sowohl der Auftragseingänge als auch der Umsätze mit zweistelligen Abnahmeraten die Dramatik des Abschwungs angezeigt; auch die Beschäftigtenentwicklung ist in den negativen Bereich gekippt. Der weitere Jahresverlauf ist gekennzeichnet von einer unsteten Entwicklung mit im Vorjahresvergleich überwiegend zweistelligen Abnahmeraten bei Auftragseingängen und Umsätzen, die sich erst zum Ende des dritten Quartals 2009 etwas stabilisiert haben. Die Beschäftigtenentwicklung hat eine ständige Zunahme der Abnahmeraten gezeigt, die sich ebenfalls erst zuletzt nicht weiter beschleunigt hat.
Erstes Quartal 2009:
Im ersten Quartal 2009 haben die Auftragseingänge mit insgesamt minus 33,0 Prozent ihren stärksten Rückgang im Jahresverlauf erlebt; allein die Inlandsnachfrage ist dabei um 31,0 Prozent, die aus dem Ausland sogar um 35,1 Prozent eingebrochen.
Auch die Rückgänge bei den Umsätzen haben sich im zweistelligen Bereich bewegt: Die Gesamtumsätze der Unternehmen in der hessische M+E-Industrie sind im Vorjahresvergleich um 21,7 Prozent auf monatsdurchschnittlich 3,473 Mrd. € zurückgefallen. Die Exportquote hat bei 50,1 Prozent gelegen.
Erstmals seit Anfang 2007 haben die Beschäftigtenzahlen in den Unternehmen der hessische M+E-Industrie wieder abgenommen: um 1,1 Prozent auf monatsdurchschnittlich 208.350.
Zweites Quartal 2009:
Der dramatische Absturz der Aufträge des ersten Quartals hat sich im zweiten nicht fortgesetzt: Die Gesamtnachfrage ist für die Unternehmen in der hessischen M+E-Industrie zwar immer noch um 29,8 Prozent rückläufig gewesen; dabei haben aber vor allem die Auslandsorders mit einem etwas geringeren Negativ-Wert von 26,3 Prozent für ein leichtes Abbremsen des Absturzes gesorgt. Die Inlandsnachfrage hat dagegen mit einem weiteren Negativ-Rekord von minus 32,9 Prozent aufgewartet; – mit einer zum Quartalsende allerdings deutlichen Verbesserungstendenz.
Die Absturzgeschwindigkeit der Umsätze hat sich im zweiten Quartal 2009 jedoch weiter erhöht: Mit monatsdurchschnittlich insgesamt 3,541 Mrd. € ist um 24,1 Prozent weniger umgesetzt worden als vor einem Jahr. Die Exportquote ist mit 50,3 Prozent nahezu unverändert geblieben.
Auch der Rückgang der Beschäftigung hat sich im zweiten Quartal weiter beschleunigt: Mit monatsdurchschnittlich 204.800 sind 3,2 Prozent weniger als im entsprechenden Vorjahresquartal beschäftigt gewesen.
Drittes Quartal 2009:
Vor allem durch einen Sondereffekt (Großauftrag) im Juli haben die Inlandsaufträge im Vorjahresvergleich deutlich um 25,1 Prozent zulegen können; trotz der weiterhin negativen Entwicklung der Auslandsnachfrage (minus 13,5 Prozent) weist das dritte Quartal dadurch insgesamt eine Zunahme der Aufträge um 14,7 Prozent aus.
Die Gesamtumsätze sind dagegen weiterhin rückläufig gewesen: – um 18,1 Prozent auf monatsdurchschnittlich 3,635 Mrd. €. Die Exportquote hat sich mit 50,5 Prozent kaum verändert.
Der Beschäftigungsrückgang hat sich weiter verschärft: im Quartalsdurchschnitt sind mit 202.060 um 5,4 Prozent weniger als vor einem Jahr beschäftigt gewesen.