M+E Cluster in Hessen

 
 
Prof. Dieter Weidemann, Vorstandsvorsitzender von HESSENMETALL:

”Die besten Perspektiven für unsere Zukunft zeichnen sich dort ab, wo die M+E-Industrie über Cluster mit Leitunternehmen, vielen Zulieferern, Hoch- und Fachhochschulen und einer weiteren Reihe von positiven Standortfaktoren verfügt.” 

 

Was sind Cluster?

Cluster sind immer räumlich konzentrierte, vertikal und/oder horizontal angelegte Netzwerke von Unternehmen, die gemeinsam zum Erfolg beitragen. Im Zentrum vieler Cluster (z. B. Automotive, Medizintechnik, Nanotechnik) stehen Branchen der M+E-Industrie.

Vorteile von Clustern

Das Ziel eines Clusters ist es, ein günstiges Umfeld für Innovationen zu schaffen und die Anpassungsfähigkeit der regionalen Wirtschaft durch sich verändernde Rahmenbedingungen zu verbessern. Cluster bieten langfristige Wettbewerbsvorteile, nicht nur als Einheit nach außen hin, sondern auch innerhalb des Clusters.

M+E Cluster in Hessen

In Hessen gibt es 46 M+E-Branchencluster, die sich auf 18 Städte und Landkreise verteilten. 80 Prozent davon sind erfolgreich.

Organisierte Netzwerke kooperierender Unternehmen steigern die Wettbewerbsfähigkeit und sorgten selbst am Hochlohnstandort Deutschland für zusätzliche Arbeitsplätze. Im Durchschnitt sind in den Cluster-Regionen die Beschäftigung in der M+E-Industrie seit 1998 um 2,3 Prozent gestiegen. Cluster-Initiativen sind entscheidende Instrumente im Standortwettbewerb.

Informationen zur HESSENMETALL Cluster-Initiative sind unter Service/Cluster-Initiative zu finden.  


M+E-Clusterstudie 2005

Erfolgreiche Cluster der Metall- und Elektro-Industrie in Hessen
Seit Juni 2005 liegen die Ergebnisse einer Clusterstudie vor, die das Institut der deutschen Wirtschaft in Köln im Auftrag von HESSENMETALL durchgeführt hat.

Das Ergebnis der Studie fasste Prof. Dieter Weidemann, Vorstandsvorsitzender HESSENMETALL zusammen:

”Cluster schaffen Jobs, halten Unternehmen am Standort und machen sie weniger anfällig für die Verlagerung von Produktion ins Ausland”


Untersucht wurden organisierte Netzwerke der M+E-Industrie in Hessen. Die Unternehmen steigern die Wettbewerbsfähigkeit und sorgen am Hochlohnstandort Deutschland für zusätzliche Arbeitsplätze.
 

Kurzzusammenfassung der Ergebnisse

Das Beschäftigungswachstum aus den jeweiligen M+E-Clusterbranchen ist so groß, dass es in den Clustern-Regionen auch bei der Gesamtbeschäftigung zu einem Zuwachs von 1,8 Prozent führt. In den Regionen, in denen keine solche Cluster existieren, hat sich die Beschäftigung dagegen um 0,5 Prozent verringert. Der größte, meist zweistellige Zuwachs kommt aus den Zulieferbranchen dieser Cluster.

In Hessen gibt es 46 M+E-Branchencluster, die sich auf 18 Städte und Landkreise verteilten. 80 Prozent seien erfolgreich. Die Erfolgsprinzipien von Netzwerken an konkreten Beispielen:

Das Metall-Cluster Waldeck-Frankenberg mit 5.000 Beschäftigten war schon im Jahr 2005 - gegen den Bundestrend - erfolgreich und wird seinen Erfolg weiter ausbauen. Insbesondere die Beschäftigung in der Metallerzeugung boome mit fast 15 Prozent seit 1998. Es gibt mehrere Leitunternehmen, wie Viessmann Werke, Eisenwerke Hasenclever oder der High-Tech-Oberflächenveredler INOX. Darum gruppieren sich leistungsfähige Metallverarbeitung und Zulieferer. Im Juni 2005 wurde das “Metallcluster Waldeck-Frankenberg” als Netzwerk formell gegründet. Konkrete Aufgaben ist gemeinsamer Einkauf, Maschinennutzung, Zusammenarbeit in der Ausbildung und Vermarktung. Auch die Berufsakademie Nordhessen stelle ihre Studiengänge Systemengineering und Fertigungsprozessinformatik auf die Anforderungen des Metall-Clusters ab.

6.000 Menschen waren im Jahr 2005 im Optik-Cluster Mittelhessen beschäftigt. Seit 150 Jahren gibt es eine regionale Spezialisierung in der Optik- und Fotoindustrie und Mess-, Steuer- und Regelungstechnik in Mittelhessen. Diese Region gehört mit zahlreichen Leitunternehmen, wie z. B. Leica Microsystems und Hensoldt, zu den TOP 10 der Optik-Industrie in Deutschland. Die Region verzeichnet seit 1998 ein überdurchschnittliches Branchenwachstum von 12 gegenüber knapp 2 Prozent im Bund. Auch die Nachbarkreise profitieren mit einer Wachstumsdynamik von 11 Prozent und die Zulieferbranchen mit 5 Prozent mehr Beschäftigung. Seit 2002 ist dieses Cluster im Kompetenznetzwerk Optence e. V. organisiert, das seinen Unternehmen umfassende Dienstleistung biete – von Unterstützung der Aus- und Weiterbildung über Marktrecherchen, Hilfen für Unternehmensgründer bis hin zu gemeinsamen Messen, Seminaren und Workshops.

Führend in Deutschland ist das Steuerungstechnik-Cluster Südhessen. Rund 5.400 Menschen arbeiten in Stadt und Landkreis Darmstadt-Dieburg in der High-Tech-Branche Mess-, Steuer- und Regelungstechnik. Die Branche wächst in Südhessen deutlich schneller: 24 Prozent mehr Beschäftigung gegenüber 2 Prozent im Bundesdurchschnitt. Leitunternehmen wie Carl Schenck und Hottinger Baldwin, die Wissenschaftsstadt Darmstadt, die Technologieregion Südhessen und viel Maschinenbau und Chemie als traditionelle Abnehmer dieser Technik sind vorteilhafte Umfeldbedingungen, die diese Region zu einer fast auf den Erfolg abonnierten Cluster-Region machen. Das M+E-Branchen-Cluster Steuerungstechnik profitiert davon und trägt entscheidend dazu bei.

Beim Luft- und Raumfahrttechnik-Cluster Frankfurt mit rund 4.200 Industriearbeitsplätzen schafft einmal die Dienstleistung sich ein industrielles Umfeld – und nicht umgekehrt. Die M+E-Branche “Sonstiger Fahrzeugbau” - Luft- und Raumfahrttechnik einschließlich Schienenfahrzeugbau/-wartung - weist seit 1998 ein Beschäftigungswachstum von 5,5 Prozent in Frankfurt auf. Bundesweit hat dieser Industriezweig einen Rückgang von 5 Prozent verkraften müssen. Zweistellig profitiert auch die Beschäftigung der Zulieferer in Frankfurt und Umland von diesem Wachstumsmotor. Das Luft- und Raumfahrt-Cluster Frankfurt besteht im Kern aus Unternehmen, die sich um die Wartung und Instandsetzung von Flugzeugen kümmern. Leitunternehmen sind Lufthansa Technik oder Cargo Technik. Der Flughafen ist eine Jobmaschine für viele Branchen, zieht Zulieferer und Know-how von alleine an.

Endbericht_Hessencluster