Herbstumfrage von HESSENMETALL
Die Stimmung:
261 Unternehmen
136.000 Beschäftigte
HESSENMETALL hat seine Mitgliedsunternehmen auch im September/ Oktober 2009 mit einer Umfrage nach ihren Einschätzungen über die aktuelle wirtschaftliche Situation und die weitere Entwicklung befragt. Dabei sind 261 Mitgliedsunternehmen erfasst worden; sie repräsentieren fast 136.000 Beschäftigte. Bei der Auswertung ist jede Rückmeldung mit einer Stimme berücksichtigt worden „One Company – One Vote“).
Das Ergebnis vorab zusammengefasst:Der drastische wirtschaftliche Einbruch im vergangenen Jahr hat bei den an der diesjährigen
Umfrage beteiligten hessischen Metall- und Elektrounternehmen deutliche Spuren hinterlassen:
Sowohl die Beurteilungen über die aktuelle Lage als auch die weiteren Aussichten sind erheblich schlechter ausgefallen als in vorangegangenen Umfragen. Aber der Tiefpunkt ist überwunden. Zwei Drittel der Unternehmen sehen das Auge des Taifuns hinter sich.
Wesentliche Ergebnisse im Einzelnen:Im
Herbst 2009 haben fast 40 Prozent der beteiligten M+E-Unternehmen ihre gegenwärtige
Geschäftslage als „befriedigend“ gekennzeichnet. 47 Prozent beurteilen ihre Lage als „schlecht“ oder sogar „sehr schlecht“ (6 Prozent davon). 13 Prozent halten ihre
Geschäftslage für „gut“ oder „sehr gut“ (2 Prozent davon).
Im
Vergleich
zum Frühjahr 2009 – den Sie hier nicht sehen - scheint aber mit 31
Prozent ein knappes Drittel von Unternehmen bereits den Tiefpunkt der
Krisensituation überwunden zu haben. Für immerhin 36 Prozent ist die
gegenwärtige Lage „vergleichbar“.
Für das
kommende Halbjahr rechnet mit
63 Prozent die überwiegende Mehrheit der Unternehmen mit einer
vergleichbaren Geschäftslage, 14 Prozent gehen sogar von einer weiteren
Verschlechterung aus. Der Lichtblick für die Zukunft: 23 Prozent der
Unternehmen erwarten eine „bessere“ Lage im Frühjahr 2010.
Entwicklung der AuftragsbeständeIm
Herbst 2009 stellen mit 55 Prozent mehr als die Hälfte der Firmen fest, ihr Auftragsbestand sei „zu gering“. Für 38 Prozent ist er „ausreichend“ und lediglich für 7 Prozent „verhältnismäßig groß“. Für das kommende Halbjahr bis zum
Frühjahr 2010 wird sich für die überwiegende Anzahl der M+E-Unternehmen (56 Prozent) daran nichts ändern, 14 Prozent befürchten, dass ihre Auftragsbestände weiter zurückgehen werden. Aber für immerhin 30 Prozent wird die Situation sich bessern: Sie gehen von „eher zunehmenden“ Auftragsbeständen aus.
Auch das spricht dafür, dass die Talsohle durchschritten ist. Es sagt aber noch nichts darüber aus, wie steil und anhaltend der Aufstieg wird.

Bereits die Ergebnisse der Herbstumfrage aus dem vergangenen Jahr haben die Befürchtungen
der M+E-Unternehmen über
einbrechende Erträge zum Ausdruck gebracht; die aktuellen
Ergebnisse vom Herbst 2009 bestätigen dies.
So melden über 45 Prozent der beteiligten Unternehmen gegenüber dem
Frühjahr 2009 „gefallene“ Erträge. Bei über 35 Prozent sind die Erträge „vergleichbar“ und bei knapp 20 Prozent „gestiegen“.
Bis zum
Frühjahr 2010 erwarten 24 Prozent ein „eher zurückgehendes“ Ertragsniveau, 57
Prozent geben „eher gleich bleibende“ Erträge an, aber bereits 19 Prozent hoffen auf „eher
steigende“ Erträge.

Ein herausragender
Investitionsschwerpunkt liegt auch im Herbst 2009 mit 45 Prozent bei den Ersatzinvestitionen, gefolgt mit 24 Prozent von den Rationalisierungsinvestitionen. Der Anteil
beschäftigungswirksamer Erweiterungsinvestitionen ist dagegen im Vergleich zu den Ergebnissen der Umfragen in den vergangenen Jahren (2007: 19 Prozent; 2008: 13 Prozent) diesmal mit 8 Prozent deutlich zurückgefallen. Dagegen haben die M+E-Unternehmen die
Investitionen in die Qualifikation ihrer Mitarbeiter gegenüber den Vorjahren gesteigert: auf einen Anteil von aktuell 20 Prozent.
Für das
kommende Halbjahr zeigt sich eine leichte Abnahme bei den
Ersatzinvestitionen auf 41 Prozent, ein Anstieg der Rationalisierungsinvestitionen auf 26 Prozent und eine
weitere leichte Zunahme der Investitionen in die Qualifikation der Mitarbeiter auf über 20 Prozent. Beschäftigungswirksame Erweiterungsinvestitionen werden weiter auf unter 8 Prozent zurückfallen.

Ein kurzer Blick auf die
Exportschwerpunktregionen zeigt:- Rund die Hälfte der hessischen Exporte geht nach EU-Europa geht.Es ist ja unser selbst geschaffener Binnenmarkt – und fast schon kein Exportmarkt mehr.
- 20 Prozent Exportanteil weist dann schon an zweiter Stelle Asien auf.
- Selbst der Anteil Übriges Europa liegt mit 14 Prozent,
- Höher als der Exportanteil nach Nordamerika.
Gegenüber
Frühjahr 2009 sind die Exporte für 47 Prozent der Unternehmen „vergleichbar“
geblieben, für 18 Prozent sind sie sogar gestiegen, aber bei 35 Prozent „gefallen“.
Im kommenden halben Jahr bis zum
Frühjahr 2010 erwarten 65 Prozent der beteiligten M+EUnternehmen „eher gleich bleibende“ Exporte, 14 Prozent gehen von „eher zurückfallenden“ und 21 Prozent von „eher steigenden“ Exporten aus.