So viel Lob war nie!
Volker Fasbender, Hauptgeschäftsführer von HESSENMETALL in Aktiv vom
27.03.10
Dass ein Tarifabschluss ein guter war, merkt man
hinterher gewöhnlich daran, dass viele ein wenig brummeln, manche
Einzelkritik äußern und wütende Reaktionen und Austritte ausbleiben. Es
war halt der beste erreichbare Kompromiss – heißt es dann. Und das ist
durchaus als Lob gemeint.
Manchmal bekommt man auch richtig
mediale Prügel: Als wir 2004 den Pforzheim-Abschluss auf den Weg
brachten, der tarifliche Absenkungen auch für standortsichernde
Innovationen
ermöglichte, kommentierte die FAZ, wir Arbeitgeber seien
als Tiger gestartet und als Bettvorleger gelandet. 787 bis Dezember
2009 erfolgreich abgeschlossene „Pforzheim-Fälle“ sprechen für sich und
die Weitsicht des damaligen Kompromisses.
Muss man also
misstrauisch sein, wenn man so mit Lob überschüttet wird wie nach dem
Düsseldorfer Abschluss vom 18. Februar, den wir am 1. März für Hessen,
Rheinland-Pfalz und das Saarland übernommen haben? „Vorbildliche
Metaller“, „Gute Krisenmanager“, „Ein Vorbild für das ganze Land“, „Ein
Meilenstein der Tarifpolitik“, „Konsens als heimlicher Exportmotor“,
„Sieg der Vernunft“, „So kann Tarifpartnerschaft funktionieren“,
„Partnerschaftlich aus der Krise“, „Von Fantasie beflügelt“, „Perfekter
Pakt“ – das alles konnten und durften wir lesen. Und nur ganz wenige
Medien kritisierten, dass wir von der Politik weitere
Marscherleichterungen bei der Kurzarbeit forderten. Nein, es gibt keinen
Grund für Misstrauen. Im Gegenteil! Wir haben die Betriebe gestärkt,
die Jobsicherung erleichtert und ein optimistisches Signal für 2011
gesetzt.
Den Optimismus schöpfen wir aus den bisherigen
Anstrengungen unserer M+E-Industrie im Umgang mit schwierigen Phasen.
Wir haben sie fast immer einen Tick besser gemeistert
als andere.
Strengen wir uns also gemeinsam an, dass uns das auch dieses Mal wieder
gelingt.
„Ein gutes Signal für 2011“