M+E in Hessen

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Jörg Feuchthofen
Jörg Feuchthofen
Bildungs- und Gesellschaftspolitik
Tel: 069 95808-210
E-Mail: JFeuchthofen@hessenmetall.de

Prioritäten setzen!

Jörg E. Feuchthofen, Geschäftsführer Bildungs- und Gesellschaftspolitik von HESSENMETALL in Aktiv vom 05.06.10

 
Unsere Frühjahrsumfrage hat gezeigt, dass die hessische M+E-Industrie bei Innovation ordentlich aufgestellt ist. Aber der Mittelstand muss seine Forschung und Entwicklung noch viel systematischer betreiben. Und auch mit dem Technologietransfer aus den Hochschulen klappt es in Hessen noch nicht so recht. Das sind zwei erste Ergebnisse einer Studie zur „Innovation  im hessischen Mittelstand“, die wir auf dem nächsten „Tag der hessischen Industrie“ vorstellen werden. Innovationen entstehen durch Gleichzeitigkeit wissenschaftlicher und produktorientierter Denk- und Vorgehensweisen. Immer wichtiger wird der frühe Praxistest, der Forschungsergebnisse „marktrobust“ macht und dann besser industriell verwertet .

Um diese Erkenntnis für Hessen nutzbar zu machen, muss es künftig mehr Schwerpunkte beim Technologietransfer, also echte „Leuchttürme“, geben – und diese über alle Ebenen (EU, Bund, Land) vernetzt. Anstelle der bisher sektoral angelegten und wenig verbundenen Förderansätze muss die Politik Rahmenbedingungen schaffen, Wirtschaft, Wissenschaft und Administration konsequenter zu verzahnen. Das macht den Einsatz öffentlicher Mittel effizienter.

Kurz: Priorisierung ist das Gebot der Stunde. Es braucht Synergien, die insbesondere die Marktrelevanz der Förderprojekte als gleichberechtigtes Kriterium neben die wissenschaftliche und technologische Entwicklung stellen. Besonderes Augenmerk muss auf Branchenentwicklungen gelegt werden, die neuen Produktionszyklen, vor allem zwischen Produkten und Dienstleistungen folgen.  Politik und Wirtschaft haben Einiges zu tun. Packen wir es an!

„Mehr Leuchttürme im Technologietransfer“
Wer den Wettkampf mit den dynamischsten Volkswirtschaften der Welt in den nächsten Jahren ausschließlich über Effizienz und Kostenmanagement gewinnen will, wird scheitern. Denn es ist nicht mehr nur das Kostenniveau, sondern verstärkt die Innovationskraft, die für uns zur größten Herausforderung wird.

Deshalb haben wir unser Hessenforum unter den Titel „Zur Innovation verdammt“ gestellt. Die M+E-Industrie verfügt zwar mit durchschnittlich einer Produkt- oder Prozessinnovation pro Unternehmen und Jahr über ein ordentliches Innovationstempo. Allerdings wird in Deutschland Innovation noch zu sehr auf technologische Erneuerung und zu wenig auf Management-Innovationen fokussiert.

Gerade mit der Management-Innovation „Lean Manufacturing“ hat Japan inden 80er-Jahren seinen industriellen Siegeszug um die Welt angetreten. Eine ähnliche Herausforderung sehen wir nach der Phase des Kopierens und Kostendrückens auch bei den Schwellenländern. So
sieht sich zum Beispiel China nicht bloß als Gewinner der Wirtschaftskrise, sondern als Supermacht, die den Westen und seine Werte infrage stellt. Und das trifft mit Einschränkungen
auch für Länder wie Indien und Brasilien zu. Deshalb muss die M+E-Industrie ihr Innovationstempo weiter steigern und Management-Innovationen stärker in den Blick nehmen.

Die Unternehmer auf unserem Podium tun das auf je unterschiedliche Weise und auf verschiedenen Feldern: intelligente Elektromobilität, grüne Technologien und Gut-Drauf-Unternehmenskultur

„China stellt Werte infrage“

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