Erfahrung wird immer wertvoller
Von Charlotte Venema, Leiterin Personalpolitik und berufliche Bildung in Aktiv vom 30.04.2011
Viele
Arbeitnehmer sind keine Fans der Rente mit 67. Aber immer mehr können
sie sich nun schon vorstellen. Es hat sich herumgesprochen, dass es ohne
diese Verlängerung der
Lebensarbeitszeit unweigerlich zu
Beitragserhöhungen oder Rentenkürzungen kommen muss.Denn unsere
Gesellschaft wird älter und bleibt länger fit. Natürlich
hat man für
den dritten Lebensabschnitt auch schon andere Pläne: Manche sind fest
eingeplant als betreuende Großeltern. Andere wollen endlich einmal das
tun,
was bislang zu kurz kommt, oder würden gern viel flexibler
hineingleiten – vielleicht nur noch ein oder zwei Tage kommen? Oder mal
für einen befristeten Zeitraum,
wenn im Betrieb Not am Mann ist.
Auch
die Arbeitgeber denken um. Sie wissen: Die menschliche Arbeitskraft ist
schon jetzt ein begehrtes Gut und wird auch in der Metall- und
Elektro-Industrie
immer wertvoller. Viele Unternehmen haben erkannt,
je besser sie sich auf die veränderte Altersstruktur einstellen, desto
größer der Vorteil im Wettbewerb
um die Ressource Erfahrung. Immer
mehr stellen sich der Herausforderung: mit Umgestaltung der
Arbeitsplätze, Weiterbildung, Gesundheitsprogrammen
und mit der gezielten Suche nach dem Fachwissen von über 60-Jährigen.
Inzwischen
ist in der hessischen Wirtschaft der Anteil älterer Arbeitnehmer von 55
bis 65 Jahren innerhalb von zehn Jahren von 40 auf 60 Prozent
gestiegen. Dieser
Prozess, den wertvollen Rohstoff Erfahrung zu
bergen, wie unsere Beispiele zeigen, wird sich weiter beschleunigen. Und
das ist gut so!
„Flexibel hineingleiten“