Elektro-Autos nehmen Fahrt auf
Volker Fasbender, Hauptgeschäftsführer von HESSENMETALL in Aktiv vom 16.01.10:
Unser Ansatz ist, nationale Kompetenzen aufzubauen, nicht nationale Champions: So formuliert es der britische Wirtschaftsminister Peter Mandelson in einem Interview – und grenzt sich so vor allem von dem französischen Ansatz ab, nämlich stärkerer staatlicher Intervention.
Und Hessen? Können wir neue Kompetenzen aufbauen? Uns zum Beispiel zur Kompetenzregion für Elektro-Mobilität entwickeln? Die Chancen dafür stehen nicht schlecht. Die Politik muss in erster Linie Wettbewerb sicherstellen. Das betrifft den Energiemarkt und den Aufbau eines Netzes von Ladestationen – wie es die Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände im Frühjahr 2009 mit Opel, HSE und Infraserv Höchst forderte.
Und die Politik kann den Schub in der Startphase bebeschleunigen, wenn sie mit speziellen Vergünstigungen, etwa indem sie die Mitbenutzung von Bus- und Taxispuren erlaubt, die Attraktivität erhöht. Die Autohersteller jedenfalls machen jetzt Ernst. Seit September 2009 steht am Frankfurter Messeturm die erste Autostrom-Ladesäule der Stadt, die Siemens für RWE entwickelt hat. Für die Region Rhein-Main der Auftakt zum Aufbau einer Infrastruktur für Elektromobilität.
Und jetzt also zum Jahreswechsel der „Benni“ von Fräger, ein Nischen-Elektrofahrzeug für Stadtwerke: erfunden, weil man in Immenhausen die Krise zur Innovation genutzt hat. Es tut sich viel in Hessen. Der Weg in die Großserie und eine flächendeckende Infrastruktur ist freilich noch weit. Aber die Elektromobilität nimmt allmählich Fahrt auf.