Alle Möglichkeiten nutzen
Charlotte Venema, Leiterin Personalpolitik und berufliche
Bildung von HESSENMETALL in Aktiv vom 04.06.2011
Dem
exportorientierten industriebasierten „Geschäftsmodell Deutschland“
drohen die Fachkräfte auszugehen. Die demografische Entwicklung macht
menschliche Arbeitskraft knapp: Weniger Menschen heißt tendenziell
weniger Kompetenz, Produktivität und Innovation. Deshalb müssen wir alle
vorhandenen Möglichkeiten besser nutzen.
Immer mehr hessische Unternehmen setzen einen wachsenden Maßnahmen-Mix
zur
Bewältigung des Fachkräftemangels ein. Nicht nur Großunternehmen,
sondern auch mittelständische Firmen sind gut unterwegs. Aber es gibt
noch viel Potenzial zu heben – und wer zu spät kommt, den bestraft der
Mangel. Das Spektrum reicht von der Ausbildung, über berufsbegleitende
Aufstiegsqualifizierung, Qualifizierung An- und Ungelernter, Quer- und
Wiedereinsteiger, duales Studium, Praktika und
Betreuung von
Examensarbeiten bis hin zur Bindung von Mitarbeitern durch persönliche
Entwicklungskonzepte und familienfreundliche Arbeitsbedingungen,
Qualifizierung von älteren Belegschaften, alternsgerechte Arbeitsplätze
und Gesundheitsmanagement.
Deutschland braucht dringend eine
nationale Demografie- und Fachkräftesicherungspolitik, die alle
föderalen Ebenen und die Sozialpartner einbezieht. Sie muss darauf
abzielen, die Zahl der im Land lebenden Erwerbspersonen und die
Beschäftigungsquoten zu erhöhen, die Arbeitszeiten zu verlängern und die
Produktivität des Arbeitseinsatzes durch Bildung, Forschung und
Innovation zu verbessern.
„Politik ist auch gefordert“