Nachhaltigkeitsstrategie Hessen: Chancen des Strukturwandels nutzen
Über die VhU ist Hessenmetall an der Nachhaltigkeitskonferenz der hessischen Landesregierung beteiligt und konnte die Vorstellungen der Unternehmen dort einbringen:
- Wir haben erreicht, dass die Steigerung von Energieeffizienz im Mittelpunkt steht. Dass Vorleistungen unserer Unternehmen in allen Bereichen bei der Frage der Mitgliedschaft z. B. bei 100 klimafreundlichen Unternehmen anerkannt werden. Und damit die Anforderungen insgesamt auch für kleine und mittlere Unternehmen verträglich gestaltet sind.
- Wir haben Hessens Projektbeteiligung auf Bundesebene mit der Modellregion Elektro-Mobilität gesichert.
- Und wir haben die Umweltallianz von der Nachhaltigkeitskonferenz abgegrenzt. Praxisnahe Hilfe für Unternehmen mit konkreten Umweltproblemen bleibt auch in Zukunft möglich.
Die Landesregierung steht weiterhin in der Pflicht, ein umfassendes Energiekonzept zu erarbeiten. Wir werden sie dabei konstruktiv-kritisch begleiten. Im Rahmen der Nachhaltigkeitsstrategie muss die Landesregierung sicher stellen, dass ökonomische Belange gleichrangig mit ökologischen und sozialen Fragen behandelt werden. Wichtig ist in der Klimapolitik, dass die Steigerung der Energieeffizienz Vorrang vor der weiteren Subventionierung einzelner erneuerbarer Energien genießt.
Wir brauchen langfristig Null-Emissions-Kraftwerke und Null-Emissions-Fahrzeuge. Gegenwärtig unerlässlich ist eine nachhaltig wettbewerbsfähige Energieversorgung durch einen umfassenden Energie-Mix. Wir müssen die Chancen, die in einer Steigerung des Anteils an erneuerbaren Energien liegen, nutzen, ohne den hessischen Unternehmen weitere Kostenbelastungen und Nachteile im internationalen Wettbewerb zuzumuten. Und wir müssen die unternehmerischen Chancen, die eine überlegene Energieinfrastruktur bietet, ergreifen – beispielsweise durch die Einführung von Elektro-Autos und den Aufbau eines Infrastrukturnetzes dafür.
100 Unternehmen für den Klimaschutz in Hessen gesucht
Die hessische Landesregierung sucht im Rahmen ihrer Nachhaltigkeitsstrategie gemeinsam mit der Wirtschaft 100 hessische Unternehmen, die Potentiale zur Energieeinsparung, zur Steigerung der Energieeffizienz und zur Nutzung erneuerbarer Energien weiter ausschöpfen und voranbringen. Dadurch sollen sowohl die Energiekosten der Betriebe als auch der Ausstoß klimarelevanter Treibhausgase reduziert werden. Wir arbeiten in diesem Projekt mit.
Jedes teilnehmende Unternehmen wählt aus, welche(s) der folgenden Ziele es verfolgt:
- Einsatz und Beschaffung klimafreundlicher Rohstoffe und Vorprodukte
- Einsatz klimafreundlicher Produktionsverfahren und –strukturen
- Förderung der Nutzung klimafreundlicher Verkehrsmittel im Verkehrsverbund
- Reduktion der CO2eq Emissionen durch Erhöhung der Energieeffizienz
- Reduktion der CO2eq Emissionen durch Einsatz erneuerbarer Energieträger
- Die Durchführung von Kompensationsmaßnahmen, falls Aktivitäten im eigenen Umfeld nicht möglich bzw. nicht sinnvoll durchführbar sind.
Unternehmen, die ihre Emissionen innerhalb von 5 Jahren um 20 % oder mehr senken, werden als Glanzlicht von der Landesregierung ausgezeichnet.
Ein Unternehmen, das bereits in der Vergangenheit eines oder mehrere der genannten Ziele durch die Umsetzung solcher Maßnahmen erreicht hat, kann dann zu einem so genannten „klimaaktiven Unternehmen“ werden, wenn es die gewonnenen Erkenntnisse als „Best-practice-Beispiel“ über die vorhandenen Netzwerke zur Verfügung stellt.
Alle Maßnahmen heben sich deutlich vom „Status quo“ ab und erbringen eine signifikante Reduktion in der Emission klimaschädlicher Gase in Bezug auf die vorhandenen Potenziale.
Die möglichen Maßnahmenfelder orientieren sich am gesamten Produktlebenszyklus. Dementsprechend ergeben sich insbesondere folgende Maßnahmenfelder:
Gebäude und Gebäudetechnik- Einsatz energieeffizienter Systeme und Techniken im Gebäude, bei der Raumlufttechnik und bei der Beleuchtung
- Bürokommunikation
- Nutzung von Abwärme
- Nutzung erneuerbarer Energien
- Einsatz von KWK bzw. KWKK bei maximaler Nutzung der thermischen Energie Wärmedämmung (wo sinnvoll)
Mobilität und Logistik (sowohl innerbetrieblich als auch extern)- Einsatz klimafreundlicher Transportsysteme sowohl innerbetrieblich als auch extern
- Anregung und Förderung der Mitarbeiter im Hinblick auf die Nutzung von Verkehrsmitteln im Verkehrsverbund (Fuß, Rad, ÖPNV, Mitfahrgelegenheiten)
Eigene Wertschöpfung (Produktion, Dienstleistung)- Einsatz klimaeffizienter Produktionsverfahren
- Ausschöpfung der Energieeinsparpotenziale (z.B. Strom, Druckluft, Prozesswärme, Kälte)
- Einsatz Erneuerbarer Energien
Forschung, Entwicklung und Konstruktion unter Einbeziehung der Möglichkeiten zum Recycling bzw. der Entsorgungswege- Einsatz klimafreundlicher Roh- und Werkstoffe
- Materialeffizienz (=Energieeffizienz) durch geeignete Konstruktionen
- Recyclinggerechte Konstruktionen (Nutzung von Sekundärrohstoffen)
Beschaffungswesen und klimafreundliche Organisation- Beschaffung klimaschonend hergestellter Rohstoffe und Vorprodukte
- Klimafreundliches Handeln in der Organisation, z. B. durch Schulungstools, betriebliches Vorschlagswesen, Produktionsmanagement
Kompensationsmaßnahmen- Investitionen in Erneuerbare Energien
- Klimaneutralität durch Kompensation (z. B. freiwillige verifizierte Zertifikate)
- Unterstützung von öffentlichen Forschungs- und Bildungseinrichtungen“
Die Aktivitäten der klimaaktiven Unternehmen werden aus der Nachhaltigkeitsstrategie unterstützt. Hierfür stehen kostenfreie ein- bis zweitägige Erstberatungen zur Verfügung soweit diese nicht in bestehende Förderprogramme integrierbar sind oder von diesen Förderprogrammen nicht vollständig abgedeckt sind. Die Unterstützung umfasst:
- Erhebung der CO2eq-Emissionen
- Definition Festlegung von Benchmarks
- Beratung im Hinblick auf unternehmensspezifische Potenziale
- Begleitung in der Umsetzungsphase
Die Unternehmen werden gebeten, eine Charta zu unterzeichnen, in der sie sich bereit erklären, sich aktiv für den Klimaschutz einzusetzen und dazu einen Aktionsplan im Unternehmen zu entwickeln, über dessen Umsetzung sie regelmäßig berichten. Der Aktionsplan beinhaltet
- die Erfassung und Quantifizierung klimaschädlicher Emissionen,
- die Festlegung der Maßnahmen,
- die Beschreibung der angestrebten Einsparungen,
- ein regelmäßiges Monitoring,
- den Zeitpunkt des Beginns.
Näheres zur Nachhaltigkeitsstrategie der Landesregierung ist im Internet unter
www.hessen-nachhaltig.de sowie in der Geschäftsstelle Nachhaltigkeitsstrategie im Hessischen Umweltministerium (Tel.: 0611 815-1120) zu erfahren.