Ausbildungszahlen 2009 in den M+E-Berufen


Der Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge in den Metall- und Elektroberufen ist 2009 gegenüber dem Vorjahr um 15,7 Prozent zurückgegangen. Der Rückgang ist stärker ausgefallen als im Durchschnitt aller Berufe, allerdings war die M+E-Industrie mit einem Produktionseinbruch von fast 24 Prozent in 2009 von der Wirtschaftskrise auch am stärksten betroffen. Es gibt noch mehr Gründe für den Rückgang: Die Betriebe können freie Lehrstellen nicht besetzen, weil geeignete Bewerber fehlen. Und: Der Trend zu Dualen Studiengängen geht zu Lasten der Dualen Ausbildung.



Die Krise in der Metall- und Elektro-Industrie ist an der Ausbildung nicht spurlos vorübergegangen

Die M+E-Unternehmen haben im Krisenjahr 2009 alles getan, um ihre Stammbelegschaften zu sichern. Viele Betriebe mussten auf Neueinstellungen verzichten und ihre Ausbildung zurückfahren. Die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge in den Metall-, Elektro- und den technischen IT-Berufen ist nach den Daten der Industrie- und Handelskammern von 79.900 in 2008 auf 67.300 in 2009 zurückgegangen. Trotz der Jahrhundertkrise liegen die Betriebe mit ihrer Ausbildungsleistung aber noch auf dem Niveau von 2006 (67.800) – die vom Boom der Branche getriebenen Rekordwerte der Jahre 2007/2008 in der Ausbildung waren 2009 nicht mehr zu erreichen.






Die Betriebe können etwa fünf Prozent der Ausbildungsplätze mangels Bewerber nicht besetzen

Der Rückgang der Ausbildungsverträge liegt nicht allein am sinkenden Angebot an Ausbildungsplätzen: Etwa 5 Prozent der Ausbildungsplätze in den M+E-Berufen konnten nicht besetzt werden, weil geeignete Bewerber fehlten. Auch das Handwerk meldet 10 Prozent unbesetzte Ausbildungsstellen. Das hat zwei Gründe: 1. Weniger Bewerber. Bundesweit und über alle Berufe gerechnet ist die Zahl der Ausbildungsbewerber 2009 um 14 Prozent zurückgegangen. Hintergrund: Die Zahl der Schulabsolventen ist um etwa 4 Prozent gesunken – im Osten mit 26 Prozent noch viel dramatischer als im Westen. 2. Nicht alle Bewerber sind auch geeignet. Noch immer gilt etwa ein Fünftel eines Jahrgangs als nicht ausbildungsreif. Hier bieten die M+E-Arbeitgeber mit der Ausbildung in kompakten, 2-jährigen Berufen eine Alternative an, der sich die IG Metall allerdings immer noch verweigert.


Der deutliche Zuwachs bei den Dualen Studiengängen geht zu Lasten der Dualen Ausbildung

Ein Ausbildungssegment mit wachsender Bedeutung sind die „Dualen Studiengänge“, in denen betriebliche Praxis und Studium kombiniert werden. Immer mehr Unternehmen nutzen diesen Weg, um sich qualifizierten Nachwuchs zu sichern, gerade auch in den MINT-Fächern. Von 44.000 Dualen Studenten in 2008 stieg die Zahl auf 48.800 in 2009. Allerdings geht nur ein Teil der Studenten den Weg über eine eingetragene Ausbildung. Deshalb führt auch die Verschiebung in der Ausbildung hin zu den Dualen Studiengängen zu einem Rückgang der Zahlen in der Dualen Ausbildung.

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